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29.03.2011, 13:12 Uhr | Übersicht | Drucken
Volker Emde: Nicht das gesamte Thüringer Schulwesen umkrempeln
Eltern und Lehrer in Diskussion über Schulordnung einbinden

Kultusminister Christoph Matschie soll die gewählten Elternvertreter und die Standesvertretungen der Lehrer angemessen an der Ausarbeitung der Schulordnung beteiligen. Das hat der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Volker Emde, heute in Erfurt gefordert.

Volker Emde
 

Emde bezog sich dabei auf teils massive Kritik von Eltern und Lehrern am Entwurf für die Ordnung, „die Seitens der CDU-Fraktion weitgehend geteilt wird. Der Kultusminister hat das Mandat, Gemeinschaftsschulen einzurichten, aber keines, das gesamte Thüringer Schulwesen umzukrempeln“, sagte der bildungspolitische Sprecher.

„Die Meinungen der erfahrenen Pädagogen sowie der Eltern können dem Minister nicht gleichgültig sein und sind ernst zu nehmen. Bis zur Beratung des Entwurfes im Bildungsausschuss des Landtages muss die Chance zum Gespräch bestehen und müssen Änderungen möglich sein“, forderte der Landtagsabgeordnete. Die Schulordnung ist seiner Überzeugung zufolge ein ganz entscheidendes Steuerungsinstrument der Schul- und Bildungspolitik, das die Koalitionspartner nur einvernehmlich auf den Weg bringen können. Wie der Bildungspolitiker sagte, will die CDU an der Möglichkeit der Klassenwiederholung genauso festhalten wie an der Notengebung. Eine verbale Leistungsbewertung durch alle Fachlehrer für alle Schüler während und zwischen den Zeugnissen sei in seiner Wirksamkeit höchst zweifelhaft und bürokratisiere die Schule zulasten guten Unterrichts und der Hinwendung zum Schüler.

Wie Emde weiter ausführte, wendet sich die CDU gegen einen verpflichtenden jahrgangsübergreifenden Unterricht in den ersten Schuljahren. „Wir haben diese Möglichkeit in der letzten Wahlperiode eingeführt. Das Modell hat sich nicht überall bewährt und sollte deshalb auch nicht generell vorgeschrieben werden“, so der Bildungspolitiker wörtlich. Er befürchtet, dass die seitens des Kultusministers über die Schulordnung angestrebten Veränderungen „in relativ überschaubarer Zeit zu einem Niveauabfall in den Schulen führen. Die guten Pisa-Ergebnisse könnten bald der Vergangenheit angehören. Das können wir im Interesse der Kindern, Eltern, Lehrern, Ausbildungsbetriebe und Hochschulen nicht zulassen“, sagte Emde.


Dr. Karl-Eckhard Hahn
Pressesprecher



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