CDU-Fraktion zum Tod Imre Kertész

Walsmann: Kertész hat nach 1989/90 neue Zugänge zur Auseinandersetzung mit der Shoa eröffnet


Erfurt – „Imre Kertész hat wie wenige andere nach 1990 zur Auseinandersetzung mit der Shoa in den neuen Ländern beigetragen und dazu ermutigt.“ Mit diesen Worten hat die Sprecherin für Europa, Kultur und Medien der CDU-Landtagsfraktion, Marion Walsmann, die Leistung des heute verstorbenen Literaturnobelpreisträgers Imre Kertész (1929-2016) gewürdigt. Kertész war 1944/45 Häftling im Konzentrationslager Buchenwald und erlebte dort die Befreiung. Sein 1990 erstmals auf Deutsch erschienener Roman „Mensch ohne Schicksal“, besser bekannt unter dem Titel „Roman eines Schicksallosen“, gehört zu den wichtigsten Werken über die Shoa. Kertész hat zahlreiche bedeutende Werke der deutschen Literatur ins Ungarische übertragen. 2002 erhielt der den Literaturnobelpreis. An der Friedrich-Schiller-Universität Jena trägt ein Kolleg seinen Namen, das sich mit „Europas Osten im 20. Jahrhundert“ befasst und die historischen Erfahrungen vergleicht.

Walsmann erinnerte daran, dass die Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Deutschland 1989/90 in Thüringen und den anderen neuen Ländern „aus dem ritualisierten und ideologisch geprägten Korsett kommunistischer Zeitgeschichtsschreibung und Erinnerungspolitik befreit werden musste“. Die Literatur habe dazu einen wesentlichen Beitrag geleistet. Schriftsteller wie Kertész oder Jorge Semprún (1923-2011) haben ihren Lesern nach den Worten der Erfurter Abgeordneten „einen anderen, neuen Zugang zu diesem schmerzlichen Kapitel eröffnet und dabei das ganze Gewicht ihrer Persönlichkeit in die Waagschale geworfen. Wir schulden Imre Kertész Dank und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren“, so Walsmann.
 
 
Dr. Karl-Eckhard Hahn
Pressesprecher

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