Josef Duchač

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Alter 80
Geburtsort Bad Schlag, Tschechoslowakei

Politische Laufbahn

Josef Duchač (CDU) regierte Thüringen von November 1990 bis Januar 1992 und war somit  der erste Ministerpräsident Thüringens nach der friedlichen Revolution von 1989.

Schon in den Anfängen der politischen Umbruchszeit hatte Duchač zunehmend Verantwortung übernommen – so wurde er im Zuge innerparteilicher Reformdebatten 1989 erst Kreisvorsitzender der CDU Gotha und schließlich auch Vorstand der DDR-CDU in Berlin. Wenig später übernahm er unter der Regierung Lothar de Maizière das Amt des Regierungsbeauftragten für den Bezirk Erfurt. Als solcher war es seine Aufgabe, die DDR-Strukturen in der Verwaltung umzubauen und zu modernisieren.

Im August 1990 ernannte de Mazière Duchač zum Landessprecher für das neu zu bildende Land Thüringen; nur wenig später wurde Duchač zum Spitzenkandidaten der CDU für die Landtagswahl im Herbst 1990 gekürt.

Diese Wahl fand am 14. Oktober statt und war die erste demokratische Wahl in Thüringen seit 58 Jahren. Die CDU ging mit 45,4% der Stimmen als klarer Sieger aus der Wahl hervor – die erste CDU-Fraktion im Thüringer Landtag konstituierte sich und beschloss, Koalitionsverhandlungen mit der FDP aufzunehmen.  Nachdem diese Verhandlungen mit der Unterzeichnung eines Koalitionsvertrages abgeschlossen waren, wurde Duchač am 8. November 1990 von den Koalitionsfraktionen zum ersten Ministerpräsidenten Thüringens gewählt.

Die neue Regierung sah sich großen Herausforderungen konfrontiert – beispielsweise dem Kampf gegen die steigende Arbeitslosigkeit, einem Umbau des Wirtschaftssystems und dem Aufbau neuer Verwaltungsstrukturen. Zu Duchačs politischen Erfolgen gehört die Ansiedlungsentscheidung von Opel in Eisenach und die Gewinnung Lothar Späths, des früheren Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, für die Umstrukturierung von Zeiss Jena.

In der zweiten Jahreshälfte 1991 geriet Duchač politisch unter Druck. Am 23. Januar 1992 trat er vom Amt des Ministerpräsidenten zurück.
Später arbeitete Duchač in leitenden Positionen in verschiedenen Auslandsvertretungen der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, beispielsweise in Lissabon (Portugal) und Budapest (Ungarn).

Damit die CDU in Regierungsverantwortung bleiben konnte, musste zügig gehandelt werden. So wurde am 5. Februar 1992 Bernhard Vogel zum zweiten Ministerpräsidenten Thüringens gewählt.