CDU-Fraktion dankt scheidendem Landesbeauftragten Dietrich für seine Arbeit

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Herbert Wirkner: Engagierter und streitbarer Mann

Erfurt – Anlässlich der bevorstehenden Wahl eines neuen Thüringer Landesbeauftragten für die Aufarbeitung der SED-Diktatur dankt die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag dem seit November 2013 amtierenden derzeitigen Beauftragten, Pfarrer Christian Dietrich, für seine Arbeit. „Mit Dietrich scheidet im November der letzte Beauftragte aus, der noch mehrere Jahre aktiv am kirchlichen Widerstand gegen das SED-Regime beteiligt war“, sagte der Beauftragte der Fraktion für die Opfer der SED-Diktatur, Herbert Wirkner. Er bedauerte, dass die CDU-Fraktion durch die Mehrheitsverhältnisse im Landtag keine Möglichkeit mehr habe, eine zweite Amtszeit für den streitbaren Beauftragten durchzusetzen. Für die CDU hat Vorrang, „dass Amt und Aufgabe fortbestehen. Deshalb werden wir den fachlich geeigneten, von den Grünen vorgeschlagenen Peter Wurschi auch mit wählen“, fügte Wirkner hinzu.

Dietrich hat nach den Worten Wirkners „das Amt des Landesbeauftragten engagiert ausgefüllt und sich als Ansprechpartner für die Opfer des SED-Regimes, für Aufarbeitungsinitiativen, Gedenkstätten und Bildungseinrichtungen einen guten Ruf erarbeitet.“ Er verwies auf die für die nachwachsenden Generationen besonders wichtige Zeitzeugen- und Bildungsarbeit, die intensivierte Beschäftigung mit der Lage der Christen in der DDR oder dem Sport, aber auch auf die anhaltenden Aufgaben im Bereich der psychosozialen Betreuung. „Die DDR-Vergangenheit ist eben nicht vergangen, wie immer neue Anträge auf Rehabilitierung, Entschädigung oder Akteneinsicht zeigen“, sagte der Opferbeauftragte der CDU-Fraktion. Dietrich sei ein streitbarer Landesbeauftragter, wie etwa die Diskussionen um das sogenannte Grüne Band, den früheren Grenzstreifen zeigen. „Er hat immer wieder darauf gedrungen, dass die blutige Geschichte dieses Todesstreifens, in den ökologischen Träumen unserer Tage nicht untergeht“, so Wirkner. 

Christian Dietrich war im letzten Jahrzehnt der DDR am kirchlichen Widerstand beteiligt, hat in Samisdatzeitschriften veröffentlicht und die Friedliche Revolution 1989/90 aktiv mit vorangetrieben. Mehrfach wurde er festgenommen. Vor seiner Wahl zum Landesbeauftragten 2013 war der evangelische Theologe Pfarrer in Nohra bei Weimar. „Dietrich kennt den Kampf gegen die SED-Diktatur noch aus eigener Anschauung. Ich hoffe sehr und gehe davon aus, dass dieser kenntnisreiche und engagierte Mann für die Aufarbeitung weiter zur Verfügung steht, in welcher Funktion auch immer“, schloss der CDU-Opferbeauftragte. 

Dr. Karl-Eckhard Hahn
Pressesprecher

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