CDU-Fraktion verlangt Auskunft zum drohenden Pflegenotstand in Thüringen

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06.04.2018
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Thamm: „Anerkennung ausländischer Fachkräfte muss schneller und unkomplizierter werden“

Erfurt – „Für Pflegebedürftige wird es in Thüringen aufgrund des Personalmangels immer schwerer, eine Einrichtung zu finden oder zu Hause gut versorgt zu werden. Die Anerkennung ausländischer Fachkräfte muss deshalb schneller und unkomplizierter werden.“ Mit diesen Worten hat der CDU-Sozialpolitiker Jörg Thamm eine parlamentarische Anfrage an die Landesregierung begründet. Darin will Thamm wissen, wie lange die Anerkennungsverfahren für im Ausland erworbene Berufsabschlüsse in der Altenpflege durch das Landesverwaltungsamt dauern und wie Thüringen im Vergleich zu anderen Bundesländern dasteht. „Gespräche mit Fachverbänden legen nahe, dass Thüringen bei der Anerkennung einfach zu lange braucht, um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden. Wenn sich hier nichts ändert, geraten wir langfristig ins Hintertreffen“, warnte Thamm. Die Landesregierung müsse sich dieses Problems im Sinne der ausländischen Fachkräfte, vor allem aber der Pflegebedürftigen im Freistaat schnell annehmen, so der Abgeordnete.

Mit seiner Anfrage will Thamm deshalb unter anderem ergründen, warum und wie lange sich die Verfahren in Thüringen verzögern und welche Möglichkeiten die Landesregierung sieht, die Verfahrensdauer der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse zu verkürzen. Einen besonderen Schwerpunkt legt der CDU-Politiker dabei auf die Sprachkenntnisse der Antragssteller. In Thüringen müssen Altenpfleger das Sprachlevel B2 nachweisen – ein Niveau, das auch für Germanistikstudenten aus dem Ausland gilt. „Hier sollte die Landesregierung meiner Meinung nach genau prüfen, ob sie nicht wie Bayern oder Hessen das geforderte Sprachniveau zunächst auf B1 herabsetzt. Viele Bewerber könnten jetzt schon helfen, den Pflegenotstand in Thüringen zu bekämpfen und dann mit Hilfe von Fördermaßnahmen innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums das B2-Niveau erreichen“, schlägt Thamm vor.

Hintergrund:

Amtliche Statistiken und diverse Medien machen deutlich, dass der steigende Pflegebedarf einerseits und der Fachkräftemangel in der Pflege andererseits auch in Thüringen zu gravierenden Engpässen in der Pflege führen werden. Aktuell sind mehr als 94.000 Thüringer pflegebedürftig und etwa 27.000 dieser Personen leben in Pflegeeinrichtungen. Mit der demografisch bedingten steigenden Zahl der Menschen mit Pflegebedarf in den nächsten Jahren geht ein steigender Bedarf an professioneller Pflege und Unterstützung im Alltag einher. In Thüringen mussten bereits erste Einrichtungen einen Aufnahmestopp erlassen, da sie die geforderte Fachkraftquote unterschritten.

Felix Voigt
Stellv. Pressesprecher

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