25 Jahre Historische Kommission für Thüringen – CDU erneuert Kritik an Archivgesetz

Zum Inhalt scrollen
18.03.2016
Erfahren Sie mehr über Jörg Kellner

25 Jahre Historische Kommission für Thüringen – CDU erneuert Kritik an Archivgesetz

Kellner: Rot-Rot-Grün ist im Begriff, der Thüringer Landesgeschichte Schaden zuzufügen


Erfurt – „Rot-Rot-Grün ist im Begriff, der Thüringer Landesgeschichte Schaden zuzufügen, und nicht einmal bereit, darüber eine angemessene fachliche Debatte zu führen.“ Das hat der kulturpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Jörg Kellner, heute anlässlich der Festveranstaltung zum 25. Gründungsjubiläum der Historischen Kommission für Thüringen erklärt. Kellners Kritik richtet sich gegen die geplante Änderung des Thüringer Archivgesetzes und die Weigerung der Regierungskoalition, dazu im Landtagsausschuss für Europa, Kultur und Medien eine mündliche Anhörung durchzuführen. Die Landesregierung will die Eigenständigkeit der Staatarchive in Altenburg, Greiz, Meiningen, Gotha und Rudolstadt aufheben und sie unter dem Dach des Thüringischen Hautpstaatsarchivs Weimar zu einem zentralen Landesarchiv vereinen. Die CDU-Fraktion bezweifelt Effizienzgewinne und Einspareffekte und befürchtet hingegen, dass Flexibilität und Eigenständigkeit bei der Förderung regionaler Identität und Forschung geschmälert werden könnten.

Die Struktur der Staatsarchive wurzelt in der Geschichte Thüringens. Der Freistaat umfasst in seinen heutigen Grenzen Territorien von acht Kleinstaaten und vier preußischen Regierungsbezirken zu Ende des Ersten Weltkriegs und der Monarchien. Diese kleinstaatliche Tradition prägt Thüringen bis auf den heutigen Tag und schlägt sich unter anderem in einer großen Zahl früherer Residenzstätte und kulturellen Vielfalt nieder. „Die Staatsarchive haben in diesem Geflecht eine wichtige Funktion. Sie haben die Freiheit, sich auf die lokalen und regionalen Gegebenheiten in der historischen Forschung und im Kulturleben einzustellen. Das gilt vor allem für die früheren Residenzstädte“, umreißt Kellner einen wesentlichen Vorzug der gegenwärtigen Struktur. Dabei würden die sechs Staatarchive auch jetzt nicht nebeneinander her arbeiten. „Die bisherigen Formen der Zusammenarbeit und Gemeinsamkeit bei der Bewältigung der Fachaufgaben und Verwaltungsabläufe im staatlichen Archivwesen außerordentlich gut bewährt“, so Kellner.
 
Besonders erbost es den Kulturpolitiker, dass sich die Regierungsfraktionen im Ausschuss einer fachlichen Debatte entziehen. Die CDU-Fraktion hatte dazu eine mündliche Anhörung beantragt, in der unter anderem die Archivleiter ihre Standpunkte vortragen und zur Diskussion stellen können. „Die Landesregierung erhielte damit auch die Chance, ihr Vorhaben im Für und Wider endlich nachvollziehbar zu begründen. Offenbar fehlen ihr aber die Argumente, wenn sie sie nicht öffentlich austauschen möchte“, vermutet Kellner. Der Umgang mit den Archiven ordnet sich für ihn „in die auch sonst zu beobachtende Fühllosigkeit der Linksregierung gegenüber den lokalen und regionalen Gegebenheiten und Bedürfnissen im Land. Ob es nun die Theater- oder die Orchester oder die Gebietsreformpläne sind. Diese Koalition versteht Thüringen nicht“, schloss Kellner.
 
 
Dr. Karl-Eckhard Hahn
Pressesprecher
 

Weitere Themen

Möglichkeiten für Widersprüche im Denkmalschutz erhalten

Möglichkeiten für Widersprüche im Denkmalschutz erhalten Kellner: „Abschaffung der Oberen Denkmalschutzbehörde zwingt Bürger gleich auf den Klageweg“

Lesen

Bei der geplanten mitteldeutschen Schlösserstiftung sind noch viele Fragen offen

Bei der geplanten mitteldeutschen Schlösserstiftung sind noch viele Fragen offen Kellner: „Kulturausschuss muss in alle Planungen eingebunden werden “

Lesen

CDU-Kulturpolitiker Jörg Kellner fordert Konsequenzen aus Erfahrungen mit Reinhardsbrunn

Private Investitionen in bedeutsame Kulturdenkmale künftig durch Bankbürgschaften absichern

Lesen

CDU-Fraktion sieht massiven Änderungsbedarf am Archivgesetz

Kellner: „Landesregierung hat Expertise des Landesarchivs komplett ignoriert“

Lesen

Gesetz zum „Grünen Band“ wird Thema im Ausschuss für Europa, Kultur und Medien

Ursprung und Geschichte des Naturmonuments besser berücksichtigen

Lesen

Kulturpolitische Sprecher der Unionslandtagsfraktionen tagten in Erfurt und Eisenach

Landespolitiker fordern bundesweiten „Kulturinvestitionsfonds“

Lesen

Kulturpolitiker Kellner hat kritische Anfragen zum Kulturstadtvertrag für Weimar

"Vertrag darf nicht zu Nachteilen für andere Städte und Landkreise führen"

Lesen

CDU-Fraktion zum Erhalt der BStU-Außenstellen für Thüringen

Kellner: "Vogel-Strauß-Politik der Landesregierung wird Außenstellen nicht sichern"

Lesen

CDU fordert Gedenkstättenkonzept für Außenstellen der Stasi-Unterlagenbehörde

Jörg Kellner: Außenstellen als regionale Lernorte erhalten

Lesen

Debatte um die Perspektiven Thüringer Museen

Jörg Kellner: Landesregierung muss Zusagen einhalten

Lesen

CDU-Fraktion zu Schließungsplänen für drei Erfurter Museen

Kellner: Kahlschlag bei Erfurter Kultur Folge des Kommunalen Finanzausgleichs

Lesen

Welttheatertag: Kellner zieht kritische Zwischenbilanz zur Theater- und Orchesterreform

Landesregierung hat mehr Verunsicherung gestiftet als Perspektiven eröffnet

Lesen

CDU macht Verzögerungen bei Friedenstein-Sanierung zum Ausschuss-Thema

Kellner: Landesregierung muss Finanzierungs-Versprechen einhalten

Lesen

Jörg Kellner zur geplanten Fortentwicklung der Thüringer Theaterlandschaft

„Die Staatskanzlei offeriert Gedankenspiele. Das ist zu wenig!“

Lesen

„Politische Verantwortung lässt sich nicht einfach wegmoderieren“

Erfurt – „Politische Verantwortung lässt sich nicht einfach wegmoderieren.“ Mit diesen Worten hat der kulturpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Jörg Kellner, auf die geplatzten Gespräche des Staatskanzlei- und Kulturministers Benjamin Immanuel Hoff mit den Intendanten der Thüringer Theater und Orchester reagiert. Über das Scheitern der Beratungen hat heute die Thüringer Allgemeine berichtet. „Der durchsichtige Versuch, die Intendanten in Mithaft zu nehmen, ist gescheitert. Die Landesregierung ist in der Pflicht zu sagen, was sie will. Auf dieser Basis kann dann diskutiert werden“, sagte Kellner. Die bekannt gewordenen Pläne Hoffs hat die CDU-Fraktion bereits im August scharf kritisiert.

Lesen