CDU-Fraktion warnt vor Übernahme des Museums für Ur- und Frühgeschichte in kommunale Hand

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Geibert: "Für Weimar ein vergiftetes und unabsehbar teures Angebot"

Erfurt - Als "Griff in die politische Trickkiste" bezeichnete  der Weimarer CDU-Landtagsabgeordnete  Jörg Geibert das Angebot der Staatskanzlei, das Weimarer Museum für Ur- und Frühgehschichte Thüringens in kommunale Trägerschaft zu übergeben. "Erst wurde von Kulturminister Benjamin Hoff und Ministerpräsident Bodo Ramelow (beide Linke) jahrelang versucht, die Standorte Erfurt und Weimar in der Frage des künftigen Museumsstandortes für die archäologischen Schätze Thüringens gegeneinander auszuspielen. Nun darf Thüringens Kulturhauptstadt offenbar nur dann sein Museum behalten, wenn die Stadt allein laufende Kosten von jährlich einer Million Euro übernimmt", so Geibert. Hinzu komme, dass - laut Hoff - in Erfurt mit rund 90 Prozent des Depotbestandes eine dauerhafte Konkurrenzausstellung auf dem Petersberg eröffnet werden solle. "Für Weimar ist das ein vergiftetes, weil unabsehbar teures Angebot", so Geibert.

Zuvor hatte Hoff am Dienstag vor Journalisten mitgeteilt, der Stadt Weimar per sechsseitigem Brief ein entsprechendes Angebot unterbreitet zu haben. Ohne auf Details einzugehen, stellte das Land auch Verhandlungen über eine Geldzahlung im Falle einer Übernahme durch die Kommune in Aussicht. " Das Museum ist aus dem Engagement Weimarer Bürger hervorgegangen und bildet heute eine Sammlung für ganz Thüringen ab. Damit ist der Standort historisch begründet, auch wenn es sich um eine Verpflichtung des Landes handelt. Ohne eine dauerhafte vollständige Kostenübernahme sollte Weimar sich auf keinen Fall auf ein solches Angebot einlassen", warnte Geibert. Allein der Investitionsstau im Museum wird mit mehr als 20 Millionen Euro angegeben. Hinzu kommen Ausgaben für dringend benötigte Depotflächen und Büroräume von Verwaltung und Museumstechnik.

Kritisch sieht Geibert auch den Versuch, die Weimarer Sammlung auseinander zu reißen, indem Sammlungsteile für das geplante Landesmuseum in Erfurt bereitgestellt werden sollen. "Wobei mich der Zeitpunkt der Offerte schon überrascht. Denn erst Ende des Jahres soll eine museale  Konzeption für den Petersberg vorliegen", so Geibert weiter. Für die Bundesgartenschau Anfang 2021 käme das Museum bei diesen großzügig ausgelegten Zeitachsen ohnehin zu spät. "Ausschreibung, Planung und Bau eines solchen Museums in einem baulich so diffizilen Gebäudekomplex benötigen deutlich mehr als 18 Monate." Geibert vermutet daher, dass der gesamte Vorschlag in erster Linie nur dem Zweck dient, bis zur Landtagswahl Aktionismus vorzutäuschen, um bis dahin nicht die Mitschuld am absehbaren Scheitern von Thüringens derzeit wichtigstem Tourismusprojekt eingestehen zu müssen."  

Matthias Thüsing
Pressereferent

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