Bühl: Faire Chance für alle Reiseregionen und Innovation in Digitalisierung nötig

Erfurt - "Die reine Konzentration auf vier Leitprodukte in der Tourismusstrategie der Landesregierung ist unzureichend." Das hat der tourismuspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Andreas Bühl, zur "Tourismusstrategie Thüringen 2025" gesagt. Sie ist heute Thema der Kabinettsitzung gewesen. "Die Analyse ist in vielen Punkten zutreffend, doch im Marketing muss das Wirtschaftsministerium nachlegen", ist Bühl überzeugt. "Wer allein Weimar, die Wartburg, den Rennsteig und Erfurt ins Schaufenster stellt, der muss andere Städte und Regionen so unterstützen, dass sie gleichziehen können", sagte der Tourismuspolitiker. Unzulänglich sind nach seinen Worten auch die Überlegungen zur Digitalstrategie in der Vermarktung.

Der Ilmenauer Abgeordnete ist prinzipiell skeptisch, ob der Wechsel von touristischen Themen auf wenige Leitprodukte den erwünschten Erfolg bringen wird. "Dadurch wird das Bild Thüringens in der Außendarstellung geographisch und inhaltlich verkürzt. Die Strategie birgt das Risiko, dass sich daraus eine Art Zwei-Klassen-Tourismus entwickelt", umschreibt er seine Befürchtungen. "Wenn die Landesregierung allen anderen außer den herausgestellten Destinationen sagt: ihr kommt nicht ins Schaufenster, sondern ins Regal, ergibt sich daraus die Verpflichtung, eine faire Chance zur Schaufensterfähigkeit herzustellen", schiebt Bühl eine Forderung nach. Er kündigte an, den Einsatz der Finanzmittel im anstehendend Doppelhaushalt sehr genau unter die Lupe zu nehmen.

In Sachen Digitalisierung der Fremdenverkehrswirtschaft und digitaler Vermarktung erwartet Bühl deutlich mehr. "Es ist richtig, Angebote in Datenbanken zu vernetzen, die Nachfrage zu analysieren und die Auffindbarkeit Thüringer Anbieter zu verbessern. Das ist aber nicht mehr als eine Grundvoraussetzung. Gefragt sind klare Ziele und darauf abgestimmte Strategien, wie Thüringen die Produkte gezielt und offensiv an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht werden können, die bisher den Freistaat nicht als Reiseziel auf dem Schirm haben. Um in der Konkurrenzsituation unter den Reisegebieten bestehen zu können müsste Thüringen zwei Schritte voraus sein und nicht nur auf den Status quo aufholen", sagte Bühl abschließend.

Dr. Karl-Eckhard Hahn
Pressesprecher

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